Brandenburg-Derby beim RC Germania Potsdam


KG Frankfurt(O.)/Eisenhüttenstadt will nach zwei knappen Niederlagen endlich wieder punkten

Potsdam – Nach den Begegnungen gegen Teams aus der Tabellenspitze treten die Regionalligaringer der KG Frankfurt(O.)/Eisenhüttenstadt am heutigen Samstag beim Tabellen-Vorletzten RC Germania Potsdam an.

Die Havelstädter konnten erst einen Saisonkampf für sich entscheiden, gegen die WKG Leipzig/Taucha II gelang ein klarer Sieg, der dann am grünen Tisch gar noch in ein 36:0 umgewandelt wurde, da die WKG Leipzig/Taucha II nicht mit vollständiger Mannschaft antrat.

Der schlechte Tabellenstand der Potsdamer ist verwunderlich, hatte Potsdam doch im Vorjahr eigentlich den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft. Doch mit klammer Kasse und ohne entsprechende Verstärkungen zog Trainer Rainer Leffler die Mannschaft zum Beginn diesen Jahres gleich wieder zurück. Nun bekam auch Potsdam zu spüren, wie stark diese Regionalligastaffel geworden ist und fand sich nach schlechtem Start im hinteren Tabellendrittel wieder.

Anders die KG Frankfurt(O.)/Eisenhüttenstadt, die mit mehreren Freistilspezialisten aus Luckenwalde verstärkt zunächst die Tabellenspitze stürmte. Doch zuletzt mussten die Schützlinge von Trainer Sebastian Möser gegen gestandene Mannschaften aus Berlin und Lübtheen auch etwas Lehrgeld zahlen.

Sebastian Möser warnt seine Youngster davor, den Kontrahenten allein nach dem Tabellenstand zu beurteilen; „... Potsdam hat eine ganze Reihe erfahrener Ringer in den Reihen, die zum Teil auch schon in Frankfurt(O.) ihre Ringerstiefel schnürten“.

John schlug in der 1. Bundesliga ein wie eine Bombe

Eisenhüttenstädter ‚zerlegt‘ die Konkurrenz, drückt Vala und Nabi auf beide Schultern

Einer der im vergangenen Jahr noch im Regionalligateam der KG Frankfurt(O.)/Eisenhüttenstadt um Punkte kämpfte, ist der frischgebackene Junioren-Europameister Christian John (Eisenhüttenstädter RC). John durchlief bei Trainer Jörn Levermann die Olympiavorbereitung als Trainingspartner für Nico Schmidt und Mirko Englich und auch die vielen Wettkämpfe und Turniere bei den Männern haben den Schwergewichtler, der in Eisenhüttenstadt bei Michael Kebschull mit dem Ringkampfsport begann, geformt. Nach dem Gewinn des Junioren-Europameistertitels im Juni diesen Jahres in Zagreb (CRO), sorgt Christian John nun in der 1. Bundesliga für Furore, denn für die neue Saison wechselte der Eisenhüttenstädter zum Lokalprimus 1. Luckenwalder SC in die höchste, deutsche Kampfklasse.

Dort wirbelt er seit September die komplette Spitze mächtig durcheinander. In seinem ersten Einsatz schulterte John seinen Trainingskameraden Ricardo Melz (SV Luftfahrt Berlin) nach wenigen Sekunden der ersten Runde. Melz 2007 immerhin WM-Dritter bei den Junioren war sichtlich überrascht. Die Decke der Sportarena im Lichtenfelser Schützenhaus besah sich eine Woche später auch der tschechische Auswahlringer David Vala nach einem Wurf des Ringers aus dem Leistungszentrum Frankfurt(O.). Vala hatte beim Olympia-Qualifikationsturnier in Helsinki Mirko Englich aus dem Rennen um die Teilnahme für London 2012 geworfen. Damit nicht genug, beim Duell gegen den Deutschen Vizemeister KSV Köllerbach fand sich vergangene Woche auch der Weltmeister von 2006, Heiki Nabi aus Estland in Runde vier plötzlich auf beiden Schultern wieder. Dem gegenüber steht nur eine Niederlage gegen den schwedischen Weltklasseringer Johann Euren, der bei der RWG Mömbris-Königshofen seine Brötchen verdient.

Der ist einfach Wahnsinn, im Schwergewicht gibt es nur sehr wenige, die so werfen können, meist ist es ja im schwersten Limit nur Herumgeschiebe, aber John wirft ja aus allen Lagen“, kommt das größte Lob meist von den Gegnern selbst. Am heutigen Samstag kämpft der LSC beim Tabellenführer ASV Mainz, dort könnte Christian John auf Coskun Efe treffen, der vor ihm im Juniorenbereich Medaillen en Masse gewann.

Der Juniorenringer, dessen eindrucksvolle Gestalt so gar nicht zum Spitznamen 'Bärchen' passt, dürfte sich nach den letzten Begegnungen schon einen Namen in der 1. Bundesliga gemacht haben, der Männerbereich kann sich auch im schwersten Limit auf mehr Bewegung bei den Kämpfen freuen.