RSV Hansa 90 bei Ringer-EM in Tiblissi


Tiblissi – Am 18. März beginnen in Tiblissi (Georgien) die Europameisterschaften der Männer und Frauen im Ringen und die stehen in einem ganz besonderen Licht, denn diese kontinentalen Titelkämpfe sind die Ersten nach der Entscheidung der IOC-Exekutive im

Februar, Ringen aus dem olympischen Programm zu nehmen.

Seit Bekanntwerden dieser Empfehlung lief ein Sturm der Entrüstung durch die 177-, dem Ringer- Weltverband angeschlossenen nationalen Verbände, selbst der Konflickt USA – Iran trat beim Mannschaftsweltcup in Teheran in den Hintergrund, 20.000 Iraner feierten dort das US-Amerikanische Team und zeigten, was der Olympische Gedanke bewirken kann.

In Tiblissi ist nun mit einigen Entscheidungen zu rechnen, sportlich wurden auf der Matte durch Regeländerungen die Zügel kürzer gezogen und offensivere Kampfesweise damit gefördert.  Nach dem Misstrauensvotum gegen FILA-Präsident Raphael Martinetti (Schweiz), versucht nun dessen kommissarisch eingesetzter Nachfolger Nenad Lalovic (Serbien) auch auf politischer Ebene verschiedene Vorstöße, um diese Empfehlung der IOC-Exekutive, spätestens bei der Präsentation im Mai in St. Petersburg (RUS) rückgängig zu machen.
Gerungen wird in Tiblissi natürlich auch und Georgien will seinem Ruf als Ringernation gerecht werden.  Eine große, stimmungsvolle Kulisse ist im Sportpalast der Millionenmetropole zu erwarten.

Im Sportpalast von Tiblissi werden in den Reihen der DRB-Mannschaften mit Emanuel Krause (55 kg), Nick Matuhin (120 kg/beide 1. Luckenwalder SC), Eileen Friedrich (51 kg) und Erik Weiß (60 kg/beide RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) gleich vier Ringer aus den beiden Leistungszentren Brandenburgs antreten.

„In Punkto Chancen will ich mich nicht aus dem Fenster lehnen, beide können mit einem guten Los weit nach vorn  kommen, aber auch unglücklich ausscheiden, so wie Nick Matuhin, der im olympischen Turnier von London zwei Kämpfe gegen den späteren Olympiasieger- und in der Hoffnungsrunde gegen den späteren Dritten verlor“, hofft LSC-Trainer Heiko Röll, dass sein Schwergewichtler sich diesmal auf einen Medaillenrang ‚festbeist‘. Emanuel Krause testete bereits im Vorjahr bei den Europameisterschaften in Belgrad (SRB) sein Können gegen die Weltspitze, die auf dem Kontinent versammelt ist, schied jedoch vorzeitig aus.

Reichlich internationale Kampferfahrung bringen auch Eileen Friedrich und Erik Weiß mit, vor allem die junge Ringerdame aus Frankfurt-Pilgram sammelte im Nachwuchsbereich schon reichlich Edelmetall. „Nun wollen wir den Übergang in den Frauenbereich schaffen“, hofft Trainer Michael Kothe auf den Durchbruch seines trainingsfleißigen Schützlings.


Viel vorgenommen hat sich auch Erik Weiß, der 2011 bei der heimischen Europameisterschaft in Dortmund seinen ersten Auftritt hatte. Damals scheiterte der Frankfurter knapp an einer Medaille. Seither steht Weiß beständig im DRB-Aufgebot und wartet auf seine große Stunde. „Das die für ihn kommen wird, steht außer Frage“, ist sich der neue DRB-Sportdirektor Jannis Zamanduridis sicher, der Erik Weiß bislang als Bundestrainer betreute.


Frank Stäbler wird seinen EM-Titel nicht verteidigen

Ringer-Europameister Frank Stäbler (66 kg/TSV Musberg) wird seinen Titel von 2012 bei den anstehenden , kontinentalen Titelkämpfen nicht verteidigen. Unmittelbar nach dem Gewinn des Deutschen Meistertitels, am vergangenen Wochenende in Plauen, unterzog sich Stäbler einer Knieoperation. „Er hatte einen Meniskusanriss und konnte nur unter Schmerzen kämpfen“, bestätigte DRB-Sportdirektor Jannis Zamanduridis einen guten Verlauf des Eingriffs und will seinen Hoffnungsträger nun langfristig  für die Weltmeisterschaften aufbauen, die im September in Budapest (HUN) ausgetragen werden.

Den freien Platz des Griechisch-Römisch-Spezialisten kämpften am Mittwochabend Sven Dürrmeier (SV Johannis Nürnberg) und Benjamin Raiser (ASV Nendingen) im speziell angesetzten Vergleichskampf aus, den Sven Dürrmeier gewann. Verletzungsbedingt muss Michael Carl (Bundestrainer im griechisch-römischen Stil) zudem auf Oliver Hassler (96 kg/RG Hausen-Zell) und Schwergewichtler Ralf Böhringer (120 kg/VfK Schifferstadt) verzichten. Felix Radinger (96 kg/TSV Gailbach) und Eduard Popp (120 kg/VfL Neckargartach) werden die beiden angeschlagenen Auswahlringer in Tiblissi ersetzen.

In die vollen kann dagegen Sven Thiele (Bundestrainer Freistil) greifen, mit den beiden Olympiateilnehmern Tim Schleicher (60 kg/SV Johannis Nürnberg) und Nick Matuhin (120 kg/1. Luckenwalder SC) an der Spitze, entsendet Thiele sein stärkstes Aufgebot nach Tiblissi, dass ab kommenden Dienstag auch die ersten Kämpfe bestreiten wird. Allerdings hatte Nick Matuhin bis zuletzt mit einem Bänderriss im Fuß zu kämpfen. Für Gabriel Seregelyi (96 kg/KSC Hösbach) sind es die ersten Titelkämpfe bei den Männern, allerdings stand der Sportsoldat im Vorjahr schon im Aufgebot des damaligen Bundestrainers Alexander Leipold für die Olympia-Qualifikationswettkämpfe – ist also kein gänzlich unbeschriebenes Blatt.

Das DRB-Trainerteam der Frauen mit Nicolae Ghita, Alexandra Engelhardt und Patrick Loes schickt ebenfalls ein junges, hoffnungsvolles Team nach Georgien, das von der Bronzemedaillengewinnerin der letztjährigen Weltmeisterschaft Jaqueline Schellin (48 kg/TV Mühlacker) angeführt wird. Doch auch Aline Focken (67 kg/KSV Krefeld) und Maria Selmaier (KSC Motor Jena) wollen nach einigen Medaillen im Juniorenbereich, nun auch bei den Frauen um Edelmetall mitkämpfen. Mit Laura Mertens (55 kg/AC Überath) und Luisa Niemesch (59 kg/SV Weingarten) hat der DRB in Georgien auch zwei Neulinge bei den Frauen am Start, die sich im Nachwuchsbereich ebenfalls schon Lorbeeren verdient haben.


Die Aufgebote des DRB:

Bundestrainer Michael Carl nominierte im griechisch-römischen Stil folgende Mannschaft:
55 kg: Fabian Schmitt (SV Joh. Nürnberg), 60 kg: Erik Weiß (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.), 66 kg: Sven Dürrmeier (SV Johannis Nürnberg), 74 kg: Pascal Eisele (SV Fahrenbach), 84 kg: Ramzin Azizsir (ASV Hof), 96 kg; Felix Radinger (TSV Gailbach), 120 kg: Eduard Popp (VfL Neckargartach).

Freistiltrainer Sven Thiele schickt folgendes EM-Aufgebot nach Tiblissi:
55 kg: Emanuel Krause (1. Luckenwalder SC, 60 kg: Tim Schleicher (SV Johannis Nürnberg), 66 kg: Martin Daum (KSV Seeheim), 74 kg: Georg Harth (TKSV Bonn-Duisdorf), 84 kg: Gabriel Seregelyi (KSC Hösbach), 96 kg: William Harth (ASV Mainz 88), 120 kg: Nick Matuhin (1. Luckenwalder SC).

Das Trainertrio Nicolae Ghita, Patric Loes und Alexandra Engelhardt legten sich bei den Frauen auf folgendes Aufgebot fest:
48 kg: Jaqueline Schellin (TV Mühlacker), 51 kg: Eileen Friedrich (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.), 55 kg: Laura Mertens (AC Ückerath), 59 kg: Luisa Niemesch (SV Weingarten), 63 kg: Nadine Weinauge (KSK Furtwangen), 67 kg: Aline Focken (KSV Krefeld), 72 kg: Maria Selmaier (KSC Motor Jena).


Zeitplan:

Die beiden Freistilspezialisten Gabriel Seregelyi, Tim Schleicher und Jaqueline Schellin werden am Dienstagmittag als erste deutsche Starter auf die EM-Matten in Tiblissi treten. Bereits am Mittwoch kämpfen mit Emanuel Krause,  Erik Weiß und Eileen Friedrich gleich drei Brandenburger auf den EM-Matten, Nick Matuhin kämpft am Donnerstag um einen Platz auf dem Siegerpodium.


Dienstag, 19.3.: 66 kg, 96 kg (Männer/FR), 48 kg (Frauen)

Mittwoch, 20.3.: 55 kg, 60 kg (Männer/FR), 51 kg, 59 kg (Frauen)

Donnerstag, 21.3.: 74 kg, 120 kg (Männer/FR), 55 kg, 67 kg (Frauen)

Freitag, 22.3.: 84 kg (Männer/FR), 63 kg, 72 kg (Frauen)

Samstag, 23.3.: 55 kg, 60 kg, 96 kg, 120 kg (Männer/GR)

Sonntag, 24.3.: 66 kg, 74 kg, 84 kg (Männer/GR)