13 Juniorenringer im Kampf um die Titel und Medaillen


Bindlach - Brandenburgs Ringer sind Top bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften in Bindlach (GR) und Waldkirch-Kollnau (FR) fuhren die Mattenfüchse aus den beiden  Leistungszentren Frankfurt(O.) und Luckenwalde ordentlich die Krallen aus.

In Bindlach siegte der RSV Hansa 90 Frankfurt(O.) mit 43 Punkten in der Vereinswertung, vor dem AV Germ. Sulgen (30), dem KSV Köllerbach (25), dem ASV Nendingen (20) und dem VfK Schifferstadt, der mit 19 Zählern als Fünfter über die Ziellinie kam.

Lucas Bast (66 kg/RSV Hansa 90) unterstrich seinen 5. Platz bei den Männern, nun mit der Silbermedaille bei den Junioren. Dabei rückte Bast erst in diesem Jahr von den Kadetten in den Juniorenbereich auf. „Der hat einen wahnsinns Sprung gemacht, was zeigt, dass man mit fleißigem Training viel erreichen kann“, freute sich Trainer Sebastian Möser über den gewaltigen Leistungsanstieg des Frankfurters.

Richard Mahn (84 kg) und Christoph Matz (96 kg) erkämpften für den RSV Hansa 90 Bronzeränge in ihren Gewichtsklassen, während Paul Fischer (55 kg), Tony Ploke (66 kg) und Stephan Hanke (84 kg) im kleinen Finale um Bronze scheiterten und fünfte Ränge belegten.

„Die Bilanz ist in Wirklichkeit noch viel besser, denn es trainieren in unseren Reihen zahlreiche Ringer aus anderen Bundesländern und nutzen die günstigen Lern- und Trainingsbedingungen an unserem Standort, die jedoch weiterhin für ihre Heimatvereine starten“, mag Juniorentrainer Felix Thätner die Gesamtpunktzahl mit diesen Startern gar nicht ausrechnen. „Mit zwei Finalisten und 11 Ringern im Kampf um Platz drei wäre uns dann auch die Länderwertung sicher gewesen“, so Thätner weiter.

Doch um diese Punkte geht es nicht vordergründig, wollen sich die Ringer aus dem Leistungszentrum Frankfurt(O.) mit guten Kämpfen und vorderen Platzierungen vor allem bei den Bundestrainern für internationale Aufgaben empfehlen. Gerungen wurde nach internationalem Regelwerk – also im KO-System.

Die Einzelergebnisse

In der Gewichtsklasse bis 55 kg stand Paul Fischer nach einem Sieg über Alexander Mayer (WKG Untere Nahe) und einer Niederlage gegen den späteren Meister Peter Haase (RV Thalheim) im Kampf um Bronze. In diesem Duell unterlag der junge Frankfurter, der erst aus dem Kadettenbereich zu den Junioren aufrückte, gegen Dennis Decker vom KSV Köllerbach in 0:2 Runden und erreichte damit den 5. Rang seiner Gewichtskategorie.

Im Limit bis 60 kg siegte Titelverteidiger Alexander Grebensikov (SAV Torgelow) in souveräner Manier  und wurde am Ende des Turnieres als ‚Bester Kämpfer‘ geehrt. Selbst im Finale gewann Grebensikov über den stark kämpfenden Saarländer Etienne Kinsinger (KV Riegelsberg) in 2:0 Runden (1:0, 1:0). Niklas Ohff, im Vorjahr noch Titelträger aus dem Limit bis 50 kg, stieg gleich um zwei Gewichtsklassen nach oben, wo er mit einem Sieg über Robin Laier (KSV Ketsch) und einer Niederlage gegen den späteren Bronzemedaillengewinner Deniz Menekse (SV Johannis Nürnberg) in der Endabrechnung den 8. Platz erreichte.

Marc-Antonio von Tugginer (KSV Köllerbach) beherrschte die Gewichtsklasse bis 66 kg, das Finalduell gewann der Saarländer gegen Lucas Bast (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.), der allerdings erst seine erste Saison bei den Junioren bestreitet. Bast kämpfte sich mit 4 Vorrundensiegen ins Finale, wobei er das schwerste Stück Arbeit gegen seinen Vereins- und Trainingskameraden Tony Ploke zu bewältigen hatte. Ploke verletzte sich in diesem Duell an der Hand, was ihm im weiteren Turnierverlauf behinderte.  Eine starke Leistung bot auch der in Frankfurt(O.) trainierende Daniel Schlemmer (AC Köln-Mühlheim), der Ploke im Kampf um Bronze schulterte. Schlemmer kämpfte sich mit drei Siegen ins Halbfinale, wo er Lucas Bast unterlag. Pech hatte mit Tim Bitterling (Berlin) ein weiterer Ringer aus der Frankfurter Trainingsgruppe, der mit zwei Siegen einen starken Auftakt hatte, dann jedoch von Daniel Schlemmer gebremst wurde und den 7. Platz dieser starken Gewichtsklasse belegte.

Respekt für die beiden Drittplatzierten im Limit bis 74 kg, Felix Pflauger (TSV Burgebrach) und Francis Weinhold (KSV Pausa), die beide ebenfalls aus der Trainingsgruppe um Juniorentrainer Felix Thätner stammen und denen der nunmehrige Stützpunktverantwortliche Heinz Thiel schon im Kadettenbereich seine Handschrift aufdrückte. Beide hatten gute
Chancen  im Endkampf um den Titel zu stehen und beide scheiterten jeweils knapp. Während bei Francis Weinhold der Ärger über die knappe Halbfinalniederlage bald verflogen war und Freude über seine insgesamt dritte DM-Medaille überwog, war Felix Pflauger sauer, denn dem Sportler aus dem Frankfurter Leistungszentrum fehlte gegen den späteren Meister Louis Stumpe (ASV Nendingen) nur ein Hauch zum Sieg. „Doch auch Pflauger kämpft seine erste Saison bei den Junioren und hat noch eine große Zukunft vor sich“, bestätigt Heinz Thiel. Den Kampf um Bronze gewann Pflauger gegen Simon Papsdorf (Berlin), der ebenfalls in Frankfurt(O.) lernt und trainiert.

Ein Frankfurter Dreigestirn kämpfte sich im Limit bis 84 kg unter die besten dieser Gewichtsklasse. Mahn holte am Ende Bronze, genau wie Nico Brunner (KSV Witten), der im Halbfinale an Kudla scheiterte, aber das kleine Finale gegen Stefan Hanke gewann, der genau wie Brunner und Mahn im Leistungszentrum Frankfurt an der Oder trainiert. Damit kämpften sich gleich drei Ringer aus dem Leistungszentrum von der Oder unter die besten Fünf dieser Gewichtskategorie.

Christoph Matz (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.)  gewann im Limit bis 96 kg Bronze, der Frankfurter unterlag gleich im Auftaktduell knapp gegen den späteren meister David Stumpe (ASV Nendingen), gewann dann jedoch das Hoffnungsrundenduell gegen Etienne Wyrich (SV Brötzingen), im Kampf um Bronze schickte Matz seinen Kontrahenten Dennis Böddeker (KSV Witten) geschlagen von der Matte. Mit Alvin Ibsch (RC Potsdam) stand ein weiterer Ringer aus dem Leistungszentrum Frankfurt(O.) in dieser Kategorie im Kampf um Bronze. Allerdings unterlag Ibsch gegen Julian Neumaier vom KSV Hofstetten und kam über Rang 5 nicht hinaus.

Im schwersten Limit bis 120 kg fanden die Titelkämpfe ohne den verletzt angeschlagenen Titelverteidiger und Europameister 2012, Christian John (Eisenhüttenstädter RC) statt. Der hofft nach seinem Handbruch spätestens im Juli zur Junioren-EM wieder fit zu sein.  Im Finalduell dieser Kategorie setzte sich Gjergi Berisha vom KSV Neu-Isenburg gegen Louis Wessels (AV Germ. Sulgen) durch.

„Ab dem Viertelfinale steigerte sich das Niveau der Titelkämpfe immens, dennoch habe ich einige Lücken in verschiedenen Gewichtsklassen gesehen, die jedoch von nachrückenden 
Kadetten und Ringern aus den jüngeren Jahrgängen dieser Altersklasse bald geschlossen werden sollten“, zeigte sich Nachwuchs-Bundestrainer Maik Bullmann insgesamt zufrieden.

Auch die Trainer und Betreuer Heinz Thiel, Sebastian Möser, Felix Thätner und Michael Brokowski, die diese riesige Delegation (3 Kleinbusse reisten die A 9 hinunter bis nach Bindlach) betreuten, waren nach diesen Titelkämpfen optimistisch gestimmt, „… da können wir uns auf die Titelkämpfe freuen, die 2014 in der heimischen Brandenburg-Halle ausgetragen werden, fast alle Kämpfer sind dann ja noch einmal startberechtigt". Eine neue Generation, auf die sich die Ringkampfanhänger in- und um Frankfurt(O.) freuen können. Und gesungen haben die Ringer aus Frankfurt, Witten, Schaafheim, Torgelow, Berlin, Pausa, oder Burgebrach schon gemeinsam; „… Frankfurter Jungs, Frankfurter Jungs, wir sind alle Frankfurter Jungs“ ! Klasse !