Europameisterschaften der Kadetten in Bar (Montenegro)


Bei den EM-Starterinnen aus dem Ringerzentrum Frankfurt(O.) überwiegt der Jubel über Bronze. Francy Rädelt und Luzie Manzke wurden vom Bundestrainer für Weltmeisterschaft in Sofia (BUL) nominiert.

Bar / Frankfurt(O.) - Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kehrten die Ringerinnen aus dem Leistungszentrum Frankfurt(O.) von den Europameisterschaften der Kadetten aus Bar (Montenegro) zurück. Luzie Manzke (60 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) fuhr mit einer Bronzemedaille im Gepäck zurück an die Oder, Eveline Neumann (65 kg/RC Cottbus) hatte bei ihrem EM-Debüt den 8. Platz erreicht.

Zufriedenheit nicht nur bei Landestrainer Michael Kothe, sondern auch bei Bundestrainer Rainer Kamm (Schifferstadt). „Luzie hatte ein schweres Los, was sich bei ihr natürlich gleich nach dem Wiegen auf die Psyche legte, denn in ihrer Gruppe waren mit Ukraine, Russland und Rumänien die stärksten Ringerinnen Europas vertreten“, so Rainer Kamm zur schwierigen Ausgangsposition, die sich auch im ersten Kampf widerspiegelte. „Luzie begann nervös, nach einem 0:4-Rückstand aus der ersten Runde gegen Iryna Ostapuk (UKR), besann sie sich auf ihre Stärken, konnte den Kampf drehen und mit 8:4 für sich entscheiden“, bedauerte der Bundestrainer, dasss die Frankfurterin im Viertelfinale nicht zu ihrer Linie fand und gegen Kriszta Incze (ROU) klar mit 0:8 verlor. Erst im Kampf um Bronze trumpfte die Tochter von Frankfurt's Frauen-Trainer Michael Kothe wieder auf. „Gegen Beata Federovicz (POL) war die Nervosität wie weggeblasen und sie fand zu ihrer alten Leistungsstärke zurück, besiegte die Polin auf Schultern in der ersten Runde und hat sich damit verdient die Bronzemedaille – und darüber hinaus auch die Qualifikation zur Weltmeisterschaft der Kadettinnen, im August in Sofia (BUL) erkämpft“, freute sich auch Bundestrainer Rainer Kamm mit der jungen Frankfurterin, die 2011 schon einmal EM-Silber erkämpft hatte. Im Vorjahr war sie knapp am Podium gescheitert, doch nun stand Luzie Manzke erneut lachend auf dem Podium mit dem Gefühl, dass es auch noch weiter nach oben gehen kann.

Die Cottbusserin Eveline Neumann (65 kg) wurde zur EM nachnominiert, da Nicole Amann (BAY) auf Grund von schulischen Abschlussprüfungen in Bar nicht teilnehmen konnte. „Eveline hat für ihr Niveau eine gute Leistung geboten und das abgerufen zu dem sie in der Lage ist“, so das Lob von Rainer Kamm an die Ringerin, die seit mehreren Jahren zur Trainingsgruppe von Michael Kothe, aus dem Leistungszentrum Frankfurt(O.) gehört.

„Eveline Neumann begann mit einem souveränen Sieg (8:0) gegen Lamprine Skyftou (GRE), doch im Vietelfinale war sie gegen die spätere Europameisterin Shysterova (RUS) chancenlos und verlor 0:7 und auch in der Hoffnungsrunde unterlag die Cottbusserin gegen die spätere Dritte Nelli Brink (SWE), mit dem für sie sehr guten Platz 8 hat sie Eveline ihr derzeitiges Leistungsvermögen abgerufen“, so das Resümee des Bundestrainers.

Doch Brandenburgs Landestrainer Michael Kothe hatte auch ein weinendes Auge, denn Francy Rädelt (70 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) und die in Frankfurt(O.) trainierend Franziska Berger (56 kg/SV Luftfahrt Berlin) schieden nach nur einem Kampf aus dem EM-Turnier aus.

„Francy Rädelt gehört aus meiner Sicht zur absoluten Leistungsspitze in Europa, leider ist sie mit dem Leistungsdruck, den sich selbst gemacht hat, nicht zurecht gekommen, entsprechend nervös begann sie und verlor nach der ersten Aktion gegen die Griechin Eirini Gavranidu und schied so aus dem Turnier aus“, bedauerte Bundestrainer Rainer Kamm das schnelle Aus der Frankfurterin, denn die spätere Europameisterin Arina Babkina (RUS) hatte Francy Rädelt vor wenigen Wochen beim Grand Prix in Dormagen klar besiegt. „Ich bin trotzdem, auf Grund der gezeigten Vorleistungen von ihrer Stärke überzeugt und werde sie zur Weltmeisterschaft nominieren“, ist das Vertrauen von Rainer Kamm trotz des 'Unfalls' in Bar ungebrochen.

Enttäuscht war der Bundestrainer vom Auftritt der Berlinerin Franziska Berger (56 kg, die kein rechtes Mittel fand, um gegen ihre Kontrahentin Katarina Varteva (FIN) zu punkten.

Insgesamt kann man im Leistungszentrum Frankfurt(O.) stolz sein auf das Erreichte, denn mit vier Ringerinnen stellten die Oderstädterinnen die Hälfte der Damenauswahl bei den Kadettinnen und schließlich kehrte man trotz zweier 'Ausrutscher' erfolgreich – mit einer Bronzemedaille und einem Platz unter den 'Top-Ten' nach Frankfurt(O.) zurück.

Am heutigen Dienstag gibt es beim Olympiastützpunkt im Sportzentrum Frankfurt(O.) einen Empfang für die jungen Damen, die nun erst einmal ihre Ferien genießen, bevor es vor allem für Francy Rädelt und Luzie Manzke dann schon wieder in die WM-Vorbereitung geht.