Licht und Schatten bei Brandenburgs Juniorenringer


Frankfurt(O.)/Skopje – Licht und Schatten lagen bei den Junioren des Ringer- Verbandes Brandenburg in Skopje (Mazedonien), wo die Europameisterschaften dieser Altersklasse ausgetragen wurden, eng beieinander. Schon bei den Kadetten vorzwei Wochen in Bar (Montenegro) durfte nur Luzie Manzke aus dem Leistungszentrum Frankfurt(O.) über Bronze jubeln,Evelin Neumann (RC Cottbus) bekam nach ihrem 8. Rang das Lob von Bundestrainer Rainer Kamm für ihre kämpferische Leistung. Der einzige Freistilspezialist Marcel Böhme (1. Luckenwalder SC) schied in der Hoffnungsrunde aus, Griechisch-Römisch-Spezialisten waren bei den Kadetten in Bar gar nicht erst am Start.

Größer waren die brandenburgischen Hoffnungen vergangene Woche bei der Junioren-EM in Skopje (Mazedonien), wo mit Christian John (Eisenhüttenstädter RC) gar der Titelverteidiger im griechisch-römischen Stil am Start war.

Schlimme Nachrichten jedoch schon vor der Abreise, als Alexander Grebensikov (SAV Torgelow/Leistungszentrum Frankfurt/O.) auf Grund seiner Rippenverletzung absagen musste, die er sich beim Brandenburg-Cup vor einigen Wochen zugezogen hatte. Ersatzmann Deniz Menekse (SV Johannis Nürnberg) holte dann am ersten Kampftag in Skopje gleich noch die Bronzemedaille.

Nun lagen die Medaillenhoffnungen des Ringer- Verbandes Brandenburg erst recht auf den Schultern des Schwergewichtlers aus dem Leistungszentrum Frankfurt(O.). Doch auch Christian John verfolgte das Pech, gerade hatte er eine schwere Handverletzung auskuriert, als er bei der Erwärmung zu seinem ersten Kampf in Skopje bei einer Wurfübung mit der Schulter in eine Mattenspalte fiel und nur unter starken Schmerzen gegen Abdul Abdallayev (Aserbaidschan) antrat und verlor. Nur eine Runde später unterlag auch Abdullayev, so dass der Eisenhüttenstädter endgültig aus dem Rennen um die Medaillen war und auch nicht über die Hoffnungsrunde erneut ins Kampfgeschehen eingreifen konnte.

Doch dann der Silberstreif am brandenburgischen Horizont, als Katrin Henke (48 kg/SAV Torgelow/Leistungszentrum Luckenwalde) mit einer fast schon sensationell anmutenden Leistung EM-Bronze gewann.

10 Sekunden waren im kleinen Finale zwischen Katrin Henke und Mercedesz Denes (Ungarn) noch zu kämpfen, die Ungarin führte und da griff die Ringerin aus Torgelow, die im Leistungszentrum Luckenwalde von Michael Kleinschmidt trainiert wird, noch einmal tief in die Trickkiste und beförderte die Kontrahentin in die Ringerbrücke. Henke bekam dafür 2 Punkte, das bedeutete Sieg und Bronze für Deutschland.

Die Zuschauer in der Boris Trajkowski-Arena staunten schon bei den Vorkämpfen am Vormittag nicht schlecht, als Katrin Henke in ihrem Halbfinalkampf Milana Dadasheva (Russland) mit ihrem 'verkehrten Kopfhüftwurf' gleich zweimal in die Brücke stellte. Nachdem die Russin schon das erste Mal klar auf beiden Schultern lag, sich dann aber noch aus der misslichen Lage befreite, kam das Kampfgericht beim zweiten Mal nicht umhin, abzuklopfen. Schon im ersten Duell klappte dieser Wurf von Katrin Henke gegen die Polin Sylwia Szulc, die sie damit ebenfalls schulterte. Auch im kleinen Finale um Bronze klappte es mit dem gleichen Wurf, kurz vor Kampfende. "Egal wenn sie ihre Spezialtechnik auspackt, Hauptsache sie wirft und gewinnt damit", fiel Frauen-Co-Trainer Peter Engelhardt ein riesiger Stein vom Herzen.

Ilja Litvinov (96 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) war der letzte Akteur aus der brandenburgischen Delegation, der Freistilspezialist aus dem Leistungszentrum Luckenwalde griff am letzten Kampftag ins EM-Geschehen ein. Gegen den Bulgaren Todorov wirkte der Schützling von Luckenwaldes Trainer Heiko Röll viel zu lange defensiv und geriet damit in Rückstand. Erst in der letzten halben Minute besann sich Litvinov auf seine Stärken im Angriff, doch da war es zu spät, der Bulgare verteidigte geschickt seinen Vorsprung. Todorov unterlag im Halbfinale gegen Andriy Vlasov (Ukraine) erkämpfte jedoch mit einem Sieg im kleinen Finale, sehr zum Ärger Litvinovs noch die Bronzemedaille.

„Diese Bronzemedaille hätte auch Ilja Litvinov haben können, wenn er sich im Angriffsverhalten etwas früher ein Herz nimmt“, hätte sich Nachwuchs-Bundestrainer Jürgen Scheibe etwas mehr Offensivkraft von seinem Schwergewichtler gewünscht.

Eine Bronzemedaille durch Luzie Manzke bei den Kadettinnen, einmal Bronze durch Katrin Henke bei den Juniorinnen, so das brandenburgische Gesamt-Fazit nach den Europameisterschaften im Nachwuchsbereich. Doch der Blick geht schon wieder nach vorn, in einem Monat stehen die Weltmeisterschaften in beiden Altersklassen an, die Kadetten treffen vom 19. bis 25. August in Zrenjanin (Serbien) aufeinander, die Junioren ermitteln eine Woche früher, vom 13.-18. August in Sofia (Bulgarien) die Weltmeister 2013.