Ringer, Trainer und Zuschauer müssen zur Schulung


Pausa – Das Beständigste am Ringkampfsport ist die Unbeständigkeit ! Einmal mehr müssen sich Athleten, Trainer, Kampfrichter und vor allem auch die Zuschauer an ein neues Regelwerk gewöhnen. Vor allem im griechisch-römischen Stil kannman die Neuerungen mit Freude zur Kenntnis nehmen, ließen doch die meisten Athleten in den Vorjahren die 90 Sekunden Standkampf ohne Aktionen herunterlaufen, wobei die meisten Kämpfe in der sich anschließenden Bodenrunde entschieden wurden.

Nach den neuen Regelungen sind nun die Kampfrichter in der Pflicht, mittels Ermahnungen und Verwarnungen ordentlich Feuer in den Kampf zu bringen, wenn dies die beiden Kämpfer nicht von sich aus tun. Verwarnung für den passiven Ringer, plus ein Punkt für den Gegner gibt es im griechisch-römischen Stil, wobei der aktivere Ringer nach jeder Verwarnung wählen kann, ob es im Stand- oder Bodenkampf weiter geht. Anders bei den Freistilspezialisten, hier bekommt der passive Ringer nach der Verwarnung 30 Sekunden Zeit, zu punkten. Gelingt dies nicht, erhält sein Gegner nach Ablauf der halben Minute den Verwarnungspunkt.

Auch die Kampfzeit und das Wertungssystem ändert sich; gerungen wird ab sofort in 2 x 3 Minuten, die Punkte werden nicht mehr je Runde gezählt sondern über die gesamte Kampfzeit hinweg addiert.

„Bedingt durch den Kampf, Ringen im olympischen Programm zu halten, wurde innerhalb kurzer Zeit versucht, durch Regeländerungen Attraktivität in die Kämpfe zu tragen, das ist nicht in jeder Beziehung gelungen, es gibt bis zu den Weltmeisterschaften noch Einiges an Klärungsbedarf“, sieht FILA-Instrukteur und DRB-Kampfrichterreferent Antonio Silvestri noch  Klärungsbedarf und hat auch noch weitere Modifizierungen im Auge.

Modifiziert wurde das Regelwerk inzwischen auch für die Mannschaftskämpfe. „Hier wollen wir nicht zu sehr vom internationalen Regelwerk abweichen“, gab es aus Sich des DRB-Kampfrichterreferenten Silvestri in den Vorjahren seitens der Bundestrainer und Auswahlringer immer wieder Ärger und Verwirrungen, da bei Mannschaftskämpfen anders gerungen wurde, als bei Einzelturnieren.

Technische Überlegenheit wird erst ab 11 Punkte Differenz anerkannt, ebenso wird der Kampf nach der zweiten Höchstwertung von 5 Zählern abgebrochen. Für einen Überlegenheits-, oder Schultersieg gibt es 4 Punkte auf das jeweilige Mannschaftskonto.

Ebenso bei Punktsiegen mit 5 bis 10 Zählern Differenz, hierfür bekommt der Sieger 3 Mannschaftspunkte, der Verlierer einen Punkt, wenn er Wertungen erzielt hat. Bei einer Punktedifferenz von 4 Zählern und weniger erhält der Sieger nur noch zwei Zähler, ebenso bei Unentschieden. Auch hier punktet der Unterlegene immer mit, wenn er ebenfalls Zähler auf sein Konto bringen konnte.

Mannschaftspunkte gibt es damit in folgender Form:

Schultersieg, Technische Überlegenheit, Aufgabe, Disqualifikation, etc. 4:0
Punktsieg mit 5 – 10 Punkte Differenz: 3:0; hat der Unterlegene Wertungen erzielt: 3:1
Punktsieg mit 1 – 4 Punkte Differenz: 2:0;  hat der Unterlegene Wertungen erzielt: 2:1
Gleichstand nach Punkten: 2:1
Passivitätsentscheid bei 0:0 (nur GR): 1:0
DQ beider Ringer: 0:0

Wie schon in den Vorjahren wird durch die Kampfrichter angestrebt, das neue Regelwerk mit Trainern, Aktiven, aber auch interessierten Zuschauern in den Vereinen durchzusprechen und die 'Ringerfamilie' damit entsprechend auf die Neuerungen einzustellen. RVB-Kampfrichterreferent Peter Pippel (Potsdam) plant die noch für August, so das nicht nur alle Ringer, sondern auch alle Interessenten mit bestem Wissen ab September in die neue Saison starten.