Ringer testeten in Warschau gegen die Weltspitze


Warschau –  Das Internationale Pytlashinski-Turnier hatte es am vergangenen Wochenende in sich, in den 7 Gewichtsklassen tummelte sich die Weltspitze und probte schon einmal für die Weltmeisterschaft, die vom 16.-22. September in Budapest (Ungarn) ausgetragen wird.

Obwohl Erik Weiß (60 kg) derzeit ausbildungsbedingt nur auf ‚Sparflamme‘ trainiert, zeigte der angehende Berufsfeuerwehrmann in seinem Duell gegen den Kasachen Kikbayev eine starke Leistung. Weiß holte mit viel Kampfgeist einen 0:5-Rückstand auf und erreichte mit dem Schlussgong der 2. Runde das 5:5. Dennoch gewann der Kasache, da der die höhere Wertung erreicht hatte. „Dabei machte Erik Weiß den gesamten Kampf, schob Kikbayev mehrere Minuten des Kampfes vor sich her, die Kampfrichter-, die sonst mit Verwarnungen sehr freizügig  umgingen, ließen den Kampf einfach laufen“, ärgerte sich Stützpunkttrainer Sebastian Möser, der in Warschau als Co-Trainer agierte, über den Tick, der seinem Schützling am Ende fehlte. „Es war schade, Erik hätte verdient eine Runde weiter zu kommen“, zollte auch DRB-Sportdirektor Jannis Zamanduridis dem Kampfgeist des Frankfurters Respekt, der den schon verloren  geglaubten Kampf fast noch die Wende gab. Kikbayev unterlag im Viertelfinale gegen Taleh Mammadov (Aserbaidschan), womit das Turnier für den Frankfurter beendet war. In der mit 39 Ringern teilnehmerstärksten Gewichtsklasse bis 74 kg schaffte Damian Hartmann gegen den Slowaken Rigo einen klaren Auftaktsieg. Mit schönen Aktionen setzte Hartmann seinen  Kontrahenten unter Druck und holte Punkt für Punkt zum souveränen 7:1-Sieg. Doch schon im Achtelfinale traf der Medizinstudent aus Frankfurt(O.) auf Yavor Yanakiev (Bulgarien), der das Duell mit 7:3 für sich entschied. Im Halbfinale wurde der Sturmlauf des Bulgaren gebremst, so dass Damian Hartmann der weitere Weg über die Hoffnungsrunde verwehrt blieb. Für das deutsche Team gab es durch Frank Stäbler (66 kg/TSV Musberg) eine Silbermedaille, Ramsin Azizsir (84 kg/ASV Hof) holte in Warschau Bronze.

Nach dem Pytlashinski-Turnier in Warschau richtet sich der Blick der deutschen Ringer vollends auf die Weltmeisterschaft, die vom 16.-22.9. in Budapest (Ungarn) ausgetragen wird. Auch viele Fans aus Brandenburg haben schon die Reise gebucht, genau eine Woche nach der Entscheidung der IOC-Mitgliederversammlung in Buenos Aires, soll es dann in Budapest eine riesen Party mit bis zu 15.000 Fans geben (so viele passen in die Laszlo Popp-Arena), wenn es der Ringkampfsport erstmals schaffen sollte, nach der Streichung aus den olympischen Kernsportarten im Februar, nur wenige Monate später, quasi durch die Hintertüre in den Schoß der olympische Familie zurück zu kehren. Doch noch heißt es dafür Daumen drücken.