'Offene Norddeutsche Meisterschaften' in Lübtheen


Lübtheen – 177 Ringerinnen und Ringer aus 40 Vereinen – dazu eine große, stimmgewaltige Kulisse aus Betreuern, Verwanden und Freunden, sowie Fans verwandelten die Mehrzweckhalle des kleinen 'Ringer-Örtchens' Lübtheen in eine regelrechte Kampfarena.Dazu kamen noch 20 junge Athleten des dänischen Vereins Thor BK, die den Titelkämpfen ihren Stempel aufdrückten und mit zahlreichen Titeln und Medaillen die Vereinswertung gewannen.

Doch das ist man gewohnt in Lübtheen, wo bis zu 600 Fans zu den Zweitliga-Heimkämpfen des RVL pilgerten und für riesen Stimmung sorgen. „Hier ist richtig was passiert“, so das Lübtheener Trainergespann Sievertsen/Compas, dass die besten Ringer aus dem Norden in Lübtheen versammelten und in der letzten Zweitligasaison als Aufsteiger gleich den 2. Platz hinter Greiz- und vor der WKG Pausa/Plauen erkämpften.

Natürlich war es ein unbedingtes 'Muss' für die Gastgeber, diese Ringer auch bei den heimischen Meisterschaften, am vergangenen Samstag auf die Matte zu schicken.

Doch die Konkurrenz war stark, so traten auch die Ringer aus den beiden brandenburgischen Leistungszentren Luckenwalde und Frankfurt(O.) an, die ja zum Teil aus dem Ringer- Verband Mecklenburg-Vorpommern kommen.
Aus Frankfurter Sicht waren dies vor allem die A-Jugendlichen Andrej Ginc, Erik Rehbein, Anthony Foth und Nikita Günther, die allesamt von Torgelow aus an die Eliteschule des Sports in Frankfurt(O.) kamen, wo sie seit einigen Jahren lernen und trainieren. Andrej Ginc (58 kg) und Anthony Foth (69 kg) ließen nichts anbrennen und setzten sich gegen die Konkurrenz durch, Nikita Günther erreichte im Limit bis 85 kg Platz drei und Erik Rehbein kam in der teilnehmerstärksten Kategorie bis 69 kg über Rang 6 nicht hinaus.
 
Bei den Männern gab es im Limit bis 66 kg ein Frankfurt-Internes Finale zwischen Christoph Bast und den ins höhere Limit aufgerückten Alexander Grebensikow, dass Bast mit 7:2 für sich entschied. Gegen die weitere Konkurrenz hatten sich die beiden Frankfurter klar durchgesetzt, so glänzte Christoph Bast gleich im ersten Kampf mit einem schönen Wurf gegen den Leipziger Dustin Scherf und danach auch gegen Magomed Lomalia (AFG Hannover), während Alexander Grebensikow gegen Hossam Brahim (AFG Hannover) und Petram Golivant Zardalou (TSV Wandsetal) Überlegenheitssiege landete.
 
Auch Christian John (120 kg/Eisenhüttenstädter RC) nutze die Norddeutschen Meisterschaften um sich nach langer Wettkampfpause wieder gegen die Konkurrenz zu testen. Doch die Gegner taten sich schwer, John gewann alle vier Duelle gegen Shayan Yamrali (TSV Wandsetal), Hermann Alberg (TKW Nienburg), dem 54-jährigen Routinier Thomas Specht (PSV Rostock) und dem Dänen Ronny Volthers (BK Thor) vorzeitig, ohne einen einzigen Wertungspunkt abzugeben.
 
Marc Wentzke rückte ins Limit bis 75 kg auf, gewann dort die beiden Auftaktbegegnungen souverän, unterlag nur Maximilian Schwabe (KSV Pausa) nach Punkten, der in diesem Limit zu Hause ist und im Vorjahr auch internationale Wettkämpfe wie den Grand Prix in Dortmund und das Pytlashinski-Turnier in Warschau (POL) bestritt, wo er den Olympiasieger von 2008 Steve Guenot (FRA) am Rand einer Niederlage hatte. Den Kampf um die Silbermedaille verlor Wentzke mit 7:4 in Führung liegend, durch eine Unachtsamkeit gegen Alois Stürmer (RV Thalheim) überraschend auf Schulter.
 
Auch Kevin Mehlhorn (85 kg) erreichte Rang drei, das entscheidende Duell verlor der Erzgebirger, der für seinen Heimatverein RV Thalheim kämpft, gegen den ehemaligen, Frankfurter Sportschüler Francis Weinhold (KSV Pausa), der die Konkurrenz am Ende auch gewann.
Einzig bei den Frauen gab es dünn besetzte Teilnehmerfelder. Da sich die Ringerdamen aus Frankfurt(O.) derzeit auf internationale Meisterschaften vorbereiten, war nur Anastasia Günther (SAV Torgelow) in Lübtheen vertreten, die gemeinsam mit ihrem Bruder Nikita in Frankfurt(O.) lernt und trainiert. Im Finale bezwang Anastasia Günther ihre Kontrahentin Kamilla Schröder (KiF Brydning/DEN) durch einen Schultersieg, wobei sie auch schon mit 13:3 in Führung lag.
 
"Es waren einige, spannende Duelle dabei, unsere Ringer haben ordentliche Leistungen abgeliefert, wobei ich auch noch einige Baustellen gesehen habe", so Stützpunkttrainer Felix Thätner vor den anstehenden Deutschen Meisterschaften der Männer, die vom 23.-25.5. in Witten (NRW) ausgetragen werden, zufrieden.