Grand Prix der Frauen und Mädchen in Dormagen


Weltklassekämpfe in Dormagen / Serena Böhlke mit starker Leistung zu Bronze / Kampfrichter bringen Eileen Friedrich um verdienten Lohn

Dormagen - Es war die Überraschung des Grand Prix der Frauen und Mädchen in Dormagen, als Nadine Weinauge (63 kg/KSK Furtwangen) die amtierende Europameisterin Anastasia Grigorjeva (LAT) auf beide Schultern drückte. Die DRB-Ringerin kämpfte sich letztendlich zu Bronze, Grigorjeva musste für den Rest des Wettkampfes, zu dem 240 Ringerinnen aus 21 Nationen angereist waren, zuschauen.

Ebenso überraschend war aus Sicht des RSV Hansa 90 Frankfurt(O.) der Auftritt von Serena Böhlke (49 kg), die sich bei den Jugendlichen bis auf den Bronzerang kämpfte. Mit Jenny Kunze hatte der RSV Hansa 90 Frankfurt(O.) gar eine Turniersiegerin im Aufgebot, doch die kleine Ringerdame war im leichtesten Limit bis 38 kg allein über die Waage gegangen und wurde damit kampflose Siegerin.

Einen deutschen Turniersieg gab es bei den Frauen; das hübsche Aushängeschild des deutschen Frauenringkampf's Aline Focken (69 kg/KSV Krefeld) unterstrich ihren Aufwärtstrend mit einem Turniersieg. Im Finale setzte sich die deutsche Auswahlringerin gegen Cynthia Vescan (FRA) souverän mit 4:0 Wertungspunkten durch. Die eigentliche Überraschung gelang Aline Focken im Halbfinale, als sie Nadya Sementsova (AZE) mit einem 11:0-Überlegenheitserfolg vorzeitig von der Matte fegte. "Aline hat gezeigt, dass sie mit der Spitze mitkämpft", lobte Disziplintrainer Patrick Loes die deutsche Turniersiegerin, freute sich jedoch auch über insgesamt 6 deutsche Ringerinnen, die im Frauenbereich neben Aline Focken in die Medaillenkämpfe eingriffen.

Damit ging das Lob auch in Richtung des Leistungszentrums von der Oder; in der Kategorie bis 53 kg verpasste Eileen Friedrich (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) die Bronzemedaille bei den Frauen gegen Lenka Martinakova (CZE) nur um Haaresbreite. Eileen Friedrich startete mit einem 10:0-Überlegenheitssieg über Kseniya Shvaruyan (Weißrussland) ins Rennen und bezwang anschließend auch Peggy Kenn (Mecklenburg-Vorpommern), die im Leistungszentrum Luckenwalde trainiert in einem harten Duell mit 12:7-Wertungspunkten. Im Halbfinale fand Eileen Friedrich kein Mittel gegen die spätere Turniersiegerin Tatiana Debien (FRA), die Frankfurterin unterlag mit 0:9 Punkten. Am Sonntag dann das Duell um Bronze, in einem sehr ausgeglichenem Kampf gelang ihr ein schöner Beinangriff, den die Kampfrichter nur mit zwei- statt vier Zählern belohnten. Der Endspurt brachte dem Schützling von Landestrainer Michael Kothe keinen Punktgewinn mehr und auch die Passivität der Tschechin wurde nicht bestraft, so ging Lenka Martinakova mit 4:3 Punkten als Siegerin hervor, Eileen Friedrich blieb der 'undankbare' fünfte Rang.

Eine große Bereicherung des Grand Prix von Dormagen, war das Come Back der einstigen Weltspitzenringerin Natalia Golts (58 kg/Russland). Die 29-jährige Russin hatte 2010 als Vize-Europameisterin ihre internationale Laufbahn beendet und startete in diesem Jahr ein Come Back. In Dormagen unterlag sie im Halbfinale unglücklich der Ungarin Emese Barka, die fünffache Europameisterin und Vize-Weltmeisterin von 2008 wurde in Dormagen Dritte.

Spannende Kämpfe gab es auch bei den Jugendlichen, wo die Frankfurterin Serena Böhlke Kontrahentinnen aus Polen, Kanada, Russland, Ungarn, Schweden, Frankreich und selbst aus Argentinien in ihrer Gewichtsklasse bis 49 kg vorfand. Zunächst bezwang die RSV-Ringerin Ciara Mccrae (CAN), eine Runde später warf Seren Böhlke auch Zainrab Magomedova (RUS) aus dem Rennen, die verletzungsbedingt aufgeben musste. In der dritten Runde war die Deutsche Meisterin gegen Viktoriia Vaulina (RUS) beim 0:10 chancenlos, kämpfte sich mit einem weiteren Sieg über Alicja Czyzowicz (POL) ins kleine Finale um Bronze, wo Seren Böhlke ihre Kontrahentin Sariyah Jones (USA) nach klarer Führung schulterte. Im gleichen Limit startete auch Janny Sommermeyer, die Sportschülerin setzte sich zunächst gegen die Schwedin Olivia Borglin mittels Schultersieg durch und gewann danach auch gegen Elisa Savalle (FRA) mit 14:7 Wertungspunkten. Im Duell um den Einzug in die Kämpfe um die Medaillen unterlag Janny Sommermeyer gegen Sariya Jones mit 5:6 Punkten hauchdünn. Dieser Kampf hatte viel Kraft gekostet, die anschließend gegen Rut Genberg (SWE) fehlte. Im Platzierungskampf unterlag die Berlinerin gegen Alicja Czyzowicz (POL) und beendete das Turnier auf dem 6. Rang.

Knapp am Siegerpodium vorbei schlitterte Lisa Ersel (43 kg/SV Luftfahrt Berlin), die im Kampf um Bronze gegen Oksana Gurzo (RUS) unterlag und den vierte Rang belegte. Zunächst setzte sich die Sportschülerin, die in Frankfurt(O.) lernt und trainiert, gegen Magda Majos (POL) durch, bezwang anschließend auch ihre Trainingskollegin Lissy Bielau (Eisenhüttenstädter RC) mit 11:0. Doch dann kamen die starken russischen Mädchen, Veronika Gurskaya verwies Lisa Ersel in den Kampf um Bronze, den sie dann am Sonntag gegen Oksana Gurzo verlor. Für Lissy Bielau, die im gleichen Limit startete, war die Konkurrenz zu stark, zunächst unterlag die Deutsche Vizemeisterin  gegen die spätere Turniersiegerin Veronika Gurskaya, in Runde zwei schied Lissy Bielau gegen Lisa Ersel nach einem klaren 0:11 aus.

Tabea Lawnitzak (56 kg) und Steffi Blohm (70 kg) rundeten die Bilanz des Leistungszentrums Frankfurt(O.) mit einem 8. und 9. Rang ab.

"Es war ein starkes Turnier mit großen Teilen der Weltspitze hier in Dormagen, der Grand Prix genießt einen guten Ruf", freuten sich die Organisatoren Detlef Zenk und Günter Suling über die immer weiter steigende Resonanz auf diesen Wettkampf, während die verantwortlichen Bundestrainer Nicolae Ghita, Patrick Loes und Alexandra Engelhardt das hohe Niveau des Grand Prix in Dormagen unterstrichen. 130 Ringerinnen aus 10 Nationen bleiben eine Woche beim internationalen Trainingslager in Deutschland, trainieren gemeinsam mit dem deutschen Damenteam in der Sportschule Hennef.