Kaderturnier Kadetten in Bindlach (Bayern)


Bindlach – Für die Kadetten des Deutschen Ringer- Bundes begann das neue Jahr gleich mit einer Herausforderung, denn Nachwuchs-Bundestrainer Maik Bullmann hatte zum Sichtungsturnier nach

Bindlach eingeladen. Dem Ruf folgten 83 A-Jugendliche aus 53 Vereinen. Maik Bullmann wollte sich in Bindlach einen Überblick verschaffen, wer sich für dieses Jahr anbietet, um möglichst auf internationaler Bühne zu kämpfen. Das Sichtungsturnier ist dabei eine erste Standortbestimmung, im April folgt die Deutsche Meisterschaft, danach bei mehreren internationalen Wettkämpfen auch ein internationaler Leistungsnachweis.

In dieser Altersklasse kristallisiert sich wohl schon am stärksten heraus, wer in den Leistungszentren ein- bis zweimal täglich trainiert, oder wer nur zwei- bis dreimal wöchentlich zum Training kommt, die Schere zwischen Leistungs- und Vereinssport geht hier schon recht deutlich auseinander. Das erkannte auch Maik Bullmann; „Kämpferisch gab es harte Duelle, im technischen Bereich muss einiges gemacht werden, ich habe hier in Bindlach viel Licht-, aber auch Schatten gesehen“.

Ein Brüderpaar hatte in Bindlach die Gewichtsklassen 54 und 58 kg fest im Griff, Alexander und Andrej Ginc (SAV Torgelow), die genau wie Maximilian Simon (SV Weißwasser), der die Konkurrenz im Limit bis 46 kg gewann, im Leistungszentrum Frankfurt(O.) unter den Fittichen von Trainer Heinz Thiel trainieren, siegten in souveräner Manier. Alexander Ginc gab im Turnierverlauf keinen, einzigen Punkt ab, bezwang die Konkurrenz in allen Begegnungen vorzeitig durch Schultersieg, oder technische Überlegenheit. Auch Andrej Ginc musste in fünf Begegnungen keinen Zähler an die Konkurrenten abgeben und bezwang auch den Vorjahresmeister Luca Lauble (KSV Hofstetten) mit 3:0 durch eine taktische Meisterleistung.

Auch Anthony Foth (SAV Torgelow/Leistungszentrum Frankfurt/O.) kämpfte sich bis ins Finale der Gewichtsklasse bis 63 kg, wo er auf Van Clovelle (ASV Urloffen) traf, der im Schlussspurt den Kampf zu seinen Gunsten aus dem Feuer riss. Foth erhielt Silber, genau wie Franz Richter (100 kg/AVG Markneukirchen), der im schwersten Limit antrat, wo der Sieger im nordischen Turnier 'Jeder gegen Jeden' ausgerungen wurde. Am Ende siegte Mirco Lemaic (AV Sulgen) nach spannendem Duell gegen Franz Richter (AVG Markneukirchen), der sich gegen die restliche Konkurrenz schadlos hielt und damit Silber gewann.

Florian Schuster (54 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) scheiterte im kleinen Finale an Henry Kluge (TSV Benningen) und wurde Vierter, sein Vereinskamerad Marc Nickel beendete das Turnier im gleichen Limit auf Rang 7. „Diese Ringer gehören noch zu den jungen Jahrgängen dieser Altersklasse“, haben Schuster, Nickel, aber auch Chris Militzer vom KSV Pausa, der in Frankfurt(O.) lernt und trainiert, der im Vorjahr noch Zweiter bei den B-Jugendlichen wurde und das Turnier im Limit bis 58 kg auf Platz 10 beendete, aus Sicht von Stützpunkttrainer Heinz Thiel noch etwas Zeit. Der Schwerpunkt lag auf Alexander und Andrej Ginc, Anthony Foth und Franz Richter, die mit vorderen Platzierungen ihren derzeitigen Leistungsstand unterstrichen.

„Ich war überrascht, dass sich mit 83 Ringern aus über 50 Vereinen weitaus mehr Athleten angeboten haben, als noch im Vorjahr, wobei man auch sagen muss, dass das Leistungsvermögen in einigen Gewichtsklassen sehr unterschiedlich ist“, sah Nachwuchs-Bundestrainer Maik Bullmann viel Licht – aber auch etwas Schatten.