Friedrich und John fahren zur U-23 EM


In dieser Woche werden zum ersten Mal überhaupt die U-23 Europameisterschaften im Ringen ausgetragen. Mit Eileen Friedrich und Christian John konnten sich auch zwei Athleten vom RSV Hansa 90

für dieses große Event im polnischen Walbrzych qualifizieren. Den Anfang macht Eileen Friedrich. Sie wird am Freitag in der Gewichtsklasse bis 53 kg an den Start gehen. Die 22-jährige studiert Verwaltung und Recht an der TU Wildau und war schon mehrmalige Medaillengewinnerin bei Nachwuchseuropameisterschaften. Außerdem gewann sie vor zwei Jahren den 5. Platz bei der EM der Frauen. Christian John wird zwei Tage später die Ringermatte in der Gewichtsklasse bis 130 kg betreten. Der gebürtige Eisenhüttenstädter absolviert zurzeit eine Ausbildung bei der Polizei. Auch er ist ein international erfahrener Athlet. Unvergessen bleibt sein Titelgewinn bei den Junioreneuropameisterschaften 2012. Beide haben sich intensiv vorbereitet und blicken optimistisch auf die Titelkämpfe. Die Reise nach Polen wird durch das Autohaus Honda Bohlig unterstützt. Der Partner des RSV Hansa 90 stellt extra einen Honda Civic Tourer zur Verfügung, wofür die Athleten sehr dankbar sind.

 

Zeitplan für Eileen und Christian:

Donnerstag, 26. März
18:30-19:00 – Waage 53 kg (Eileen)

Freitag, 27. März
10:00-14:00 – Qualifikationsrunden 53 kg (Eileen)
19:00-21:00 – Finalkämpfe und Siegerehrung 53 kg (Eileen)

Samstag, 28. März
18:30-19:00 – Waage 130 kg (Christian)

Sonntag, 29. März
10:00-14:00 – Qualifikationsrunden 130 kg (Christian)
19:00-21:00 – Finalkämpfe und Siegerehrung 130 kg (Christian)

 

Offizieller Vorbericht des Deutschen Ringer Bundes, geschrieben von Jörg Richter

 

Am 24. März werden im polnischen Walbrzych die ersten Europameisterschaften der Altersklasse U 23 angepfiffen. Vielen Verantwortlichen des Ringer- Weltverbandes erschien der Sprung von den Junioren zu den Männern zu groß, durch diese Titelkämpfe der U 23 soll diese Lücke nun geschlossen werden.

Wie in allen anderen Altersklassen, so werden auch diese europäischen Titelkämpfe im Freistil, im griechisch-römischen Stil bei den jungen Männern, sowie im weiblichen Ringkampf ausgetragen.

Den Auftakt machen am 24./25. März die Freistilspezialisten. Bundestrainer Sven Thiele nominierte Nico Zarcone (57 kg/KV Riegelsberg), Manuel Wolfer (61 kg/RG Hausen-Zell), Alexander Semisorow (65 kg/RV Rümmingen), Kubilay Cakici (74 kg/RWG Mömbris-Königshofen), Achmed Dudarov (86 kg/SV Weingarten) und Gennadij Cudinovic (97 kg/KSV Köllerbach). Mit dem Köllerbacher Gennadij Cudinovic schickt Thiele den wohl aussichtsreichsten Medaillenaspiranten auf die Matte, der bei den Junioren-Europameisterschaften 2014 Bronze gewinnen konnte und dessen Formkurve laut Thiele weiter nach oben zeigt. 

Am 26. und 27. März folgen die Kämpfe der Damen, wobei Bundestrainer Patrick Loes Katharina Baumgartner (48 kg/SC Anger), Eileen Friedrich (53 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.), Nina Hemmer (55 kg/AC Ückerath), Laura Mertens (58 kg/AC Ückerath), Nadine Weinauge (63 kg/KSK Furtwangen) und Anna Schell (69 kg/RZL Aschaffenburg) ins Rennen schickt.

Während Katharina Baumgartner versucht bei ihrer ersten Europameisterschaft seit 2012, nach den vielen Erfolgen im Nachwuchsbereich, nun auch bei den Frauen Fuß zu fassen, kann Eileen Friedrich vor allem auf die Erfahrungen von den Europameisterschaften der Frauen 2013 in Tiblissi (GEO) zurück blicken, wo sie den 5. Platz erkämpfte.

Nach langer Verletzungspause meldet sich Nina Hemmer auf internationaler Bühne zurück, tritt in Walbrzych allerdings eine Gewichtsklasse höher an. Für Laura Mertens wird es in Polen die erste Standortbestimmung in der olympischen Klasse bis 58 kg. 

Vor allem Nadine Weinauge räumt Bundestrainer Patrick Loes gute Chancen bei der U-23-EM ein, „... sie hat im vergangen Jahr bereits positive Leistungsnachweise auf internationaler Bühne erkämpft“, hofft Loes auf eine weitere Leistungssteigerung. 

Anna Schell ist die Debütantin im deutschen Team, die Ringerin aus dem RLZ Aschaffenburg bestreitet in Polen ihre ersten internationalen Titelkämpfe.

„Für unser gesamtes Team ist es eine erste Standortbestimmung in diesem Jahr, wobei unser Wettkampfhöhepunkt natürlich die Weltmeisterschaften in Las Vegas sein werden, dementsprechend haben wir auch im U-23 Team einige Veränderungen vorgenommen“, ließ Bundestrainer Loes einige Athletinnen eine Gewichtsklasse aufrücken und überdies die Junioren-Vizeweltmeisterin Luisa Niemesch zu Hause, die sich speziell auf die Euro-Games und die Weltmeisterschaft vorbereitet. 

Die letzten, beiden Kampftage gehören den Griechisch-Römisch-Spezialisten, am 28./29. März kämpfen Etienne Kinsinger (59 kg/KSV Köllerbach), Marc-Antonio v. Tugginer (66 kg/KSV Köllerbach), Maximilian Schwabe (71 kg/KSV Pausa), Hannes Wagner (75 kg/AC Lichtenfels), Dennis Kudla (85 kg/VfK Schifferstadt), Peter Öhler (98 kg/VfK Mühlenbach) und Christian John (130 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) um die Titel und Medaillen. 

„Mit Etienne Kinsinger, Denis Kudla, Peter Öhler und Christian John haben wir vier Athleten, die bereits bei einer Junioren Welt- oder Europameisterschaft in die Medaillenränge vorstoßen konnten, von daher wird es gerade bei diesen Athleten interessant werden, wie der zeitnahe Übergang vom Junioren- in den Männerbereich gelingt“, hat auch der Bundestrainer für den griechisch-römischen Ringkampf, Michael Carl gleich mehrere 'heiße Eisen' im Feuer. Vor allem auf Dennis Kudla lasten große Hoffnungen, der zuletzt im Juniorenbereich für Aufsehen sorgte, bei EM und WM 2014 jeweils Silber gewann, während der Kadettenweltmeister von 2013 Etienne Kinsinger, im vergangenen Jahr bei den Junioren-EM gleich Bronze gewann. Vor allem die Erfolge der letzten Weltmeisterschaften der Männer, bei dem die Griechisch-Römisch-Spezialisten durch Oliver Hassler (98 kg/G Hausen-Zell) Silber gewannen, Frank Stäbler (66 kg/TSV Musberg), Ramsin Azizsir (85 kg/ASV Hof) und Eduard Popp (130 kg/VfL Neckargartach) fünfte Ränge erzielten, dürften auch die jungen Athleten entsprechend motivieren.