Andrej Ginc (58 kg/SAV Torgelow) holt nach EM-Silber nun auch WM-Bronze

Sarajevo – Andre Ginc (58 kg/SAV Torgelow) hat bei den Weltmeisterschaften der Kadetten in Sarajevo (BIH) gleich am ersten Wettkampftag Bronze gewonnen. Gegen Emin Can Meric (TUR) siegte der Ringer aus Mecklenburg-Vorpommern in diesem Duell mit 1:1, bedingt durch die zuletzt vergebene Wertung. „Eine taktische Meisterleistung“, jubelte Nachwuchs-Bundestrainer Maik Bullmann.


Dabei sah es zum Beginn des ersten Turniertages für das deutsche Team nicht gut aus, denn Andre Ginc, Anthony Sanders (63 kg/ESV München-Ost) und Franz Richter (100 kg/AVG Markneukirchen) verloren ihre Auftaktbegegnungen.
Andre Ginc (58 kg/SAV Torgelow) unterlag dem EM-Dritten Yahor Vladyka (Weißrussland) nach einem Wurf und mehreren Rollen im Bodenkampf, doch Vladyka zog mit starker Leistung ins Finale ein und Andrej Ginc, der im Leistungszentrum Frankfurt(O.) unter den Fittichen von Heinz Thiel trainiert, konnte in der Hoffnungsrunde weiter kämpfen, wo er zunächst den Inder Ashin bezwang und im zweiten Duell Taimuraz Kablahov (RUS) gar schulterte. Damit stand der DRB-Starter im Duell um Bronze am Abend Emin Can Meric (TUR) gegenüber.

Anthony Sanders unterlag in seinem ersten Duell trotz guter Gegenwehr Abdullah Fatih (TUR), der dann weiter von Sieg zu Sieg eilte und erst im Halbfinale an Mohamed El Sayed (EGY) scheiterte. Damit konnte der Deutsche Meister auch nicht mehr über die Hoffnungsrunde ins Kampfgeschehen eingreifen.

Auch Franz Richter hatte am Dienstagmorgen zum Auftakt der Weltmeisterschaften in Sarajevo (BIH) mit dem Vizemeister der Asienmeisterschaften Anton Savenko (Kasachstan) gleich ein schweres Los gezogen. Beim Stand von 4:5 zum Beginn der 2. Runde dann die strittige Entscheidung, Richter rutschte bei einem Wurfversuch am Arm des Gegners ab. "Normalerweise geht es dann ohne Punktwertung im Stand weiter, doch die Kampfrichter bewerteten die Aktion als Konter des Kasachen, der mit zwei weiteren Rollen im Bodenkampf für das vorzeitige Kampfende sorgte", so Nachwuchs-Bundestrainer Maik Bullmann, der den Videobeweis eingeforderte. Doch auch der stimmte die Kampfrichter nicht um, die ihre vorher vergebene Punktwertung bestätigten.

 

Erstaunt zeigte sich nicht nur die deutsche Delegation über die zu kleine- und darüber hinaus sehr alte Halle in Sarajevo, die nach heutigen Maßstäben einer Weltmeisterschaft unwürdig ist. Auch die technischen Voraussetzungen waren zumindest am ersten Tag noch nicht gegeben, das Internet brach schon nach wenigen Minuten wieder zusammen und auch der Live Stream sendete keine 'bewegten Bilder' ins World-Wide-Web, von den sanitären Zuständen ganz zu schweigen. Probleme hatten auch die immer zahlreicher werdenden Pressevertreter, die das Pressezentrum (3 Tische / fünf Stühle) am Dienstagmorgen selbst aufbauen mussten.