Grand Prix der Frauen und Mädchen in Dormagen


Dormagen – Internationale Spitzenklasse kämpfte am Wochenende beim Grand Prix der Damen in Dormagen, gleich mehrere führende Nationen im Frauenringen schickten ihre besten Ringerinnen

auf die Matten, die dem Wettkampf ihren Stempel aufdrückten. Vor allem Russland und Schweden glänzten in den Finalkämpfen der beiden Altersklassen, insgesamt traten 250 Ringerinnen aus 18 Nationen an. 

Mittendrin auch die jungen Damen aus dem Leistungszentrum Frankfurt(O.), die Schützlinge des Trainergespann's Michael Kothe / Maik Bitterling erzielten bei den Kadettinnen zwei 5. Ränge durch Steffi Blohm (70 kg) und Serena Böhlke (52 kg), während Lisa Ersel (46 kg) den Grand Prix auf dem 6. Platz beendete. Im Frauenbereich erzielten Francy Rädelt (75 kg), sowie Eveline Neumann (58 kg) siebte Ränge, Eileen Friedrich (53 kg) wurde am Ende Zehnte, damit rückten die Frankfurterinnen im Weltklassefeld ihrer Gewichtsklassen in die Top-Ten.

Das schwerste Frauenlimit war mit Weltklasseringerinnen aus Kanada, Russland und Schweden überaus gut besetzt, Francy Rädelt (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) gewann ihren ersten Kampf gegen Melani Bonte (FRA), musste dann jedoch gegen die spätere Zweite Epp Mäe (EST) und Dritte Justina Distasio (CAN) Niederlagen hinnehmen.

Eveline Neumann (60 kg/RC Cottbus) bestritt nur ein Duell, dass sie gegen Giedre Blekaityte (LUT) nach großer Gegenwehr mit 0:3 Wertungspunkten verlor. Lange Zeit führte die Litauerin nur 1:0, doch die Cottbusserin fand kein Mittel, den Kampf zu ihren Gunsten zu drehen. Blekaityte schaffte es noch bis ins kleine Finale ihrer Gewichtsklasse. Doch nach der Halbfinalniederlage der Litauerin war das Turnier für Eveline Neumann beendet, nur wenn sie ins Finale vorgedrungen wäre, hätte die Ringerin aus dem Leistungszentrum von der Oder in der Hoffnungsrunde erneut ins Kampfgeschehen eingreifen können.

Eileen Friedrich (53 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) fand nach ihrer grandiosen Leistung von den Deutschen Meisterschaften diesmal nicht ins Turnier. Roksana Zasina (POL) gab gegen die deutsche Ringerin verletzt auf, gegen die Vorjahressiegerin Tatiana Debien (FRA) musste Eileen Friedrich eine knappe 4:5-Punktniederlage hinnehmen und schied auf Rang 10 aus, da die Französin das Finale verfehlte.

Ein starkes Turnier lieferte Steffi Blohm (70 kg/Demminer RV) im schwersten Limit der Kadettinnen. Nach ihrem souveränen Sieg über Marlen Kister (POL) verlor die Sportschülerin aus Frankfurt(O.) gegen Eleni Pjollqaj (ITA) knapp nach einem 4:4, wobei die Italienerin die höhere Wertung für sich verbuchen konnte. Mit einer sehenswerten Bodentechnik drückte Steffi Blohm nur einen Kampf später die Weißrussin Hanna Maslakova noch in der ersten Kampfrunde auf beide Schultern. Gegen Dinara Salikhova (RUS) war die Ringerin aus der Trainingsgruppe von Michael Kothe und Maik Bitterling allerdings chancenlos, nach einer Schulterniederlage stand Steffi Blohm im Kampf um den 5. Platz, den sie gegen Kinga Kurkowiak (POL) mit 6:2 Wertungspunkten gewann.

Serena Böhlke (52 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) musste gleich im ersten Duell gegen die spätere Siegerin Aleksandra Nitsenko (RUS) antreten, gegen die beim 0:10 nichts zu holen war. Doch dann ließ die Frankfurterin bei drei Siegen in Folge ihr Können aufblitzen, gegen Olivia Borglin (SWE), Alicja Czyzowicz (POL) und Erika Bognar (HUN) gelangen Serena Böhlke Erfolge. Doch dann eine erneute Niederlage gegen Evgeniia Iurova (RUS), damit stand die RSV-Ringerin im Kampf um Rang 5, den Tatsiana Kosakava (BLR verletzungsbedingt aufgab.

Gerade in der Altersklasse der Kadettinnen wurde die drückende Übermacht der Ringerinnen aus Russland spürbar, die acht- der zehn Turniersiegerinnen stellten. Nur Ewelina Ciunek (65 kg/POL) und Denise Ström (70 kg/SWE) durchbrachen die russische Dominanz in den schweren Gewichtsklassen.

„Angesichts der Weltklasse, die hier am Start war, sind wir mit einer Finalteilnahme- und vier Frauen, die im kleinen Finale um Bronze, standen zufrieden“, so Frauen-Bundestrainer Patrick Loes, der für die Mannschaftsleistung den Pokal für die zweitbeste Mannschaft in der Teamwertung in Empfang nahm, Erster wurde Russland, hinter Deutschland rückte Weißrussland als drittbestes Team über die Ziellinie.

Immerhin erfuhr der Frauenringkampf in den letzten Jahren eine riesige Aufwertung innerhalb des Ringer- Weltverbandes UWW. 2004 traten erstmals Frauen in vier Gewichtsklassen zum Kampf um Olympiamedaillen an, ab 2016 werden es sechs Gewichtskategorien sein, in denen es um olympisches Edelmetal geht. Damit werden die Damen mit den Männern gleichgestellt, die in Rio im Freistil- und griechisch-römischen Stil ebenfalls mit jeweils sechs Gewichtsklassen vertreten sind.

Für insgesamt 100 Ringerinnen aus sieben Ländern geht es nun mit einem einwöchigen Trainingslehrgang an der Sportschule Hennef weiter.