In den Spuren von Ringer Christian John


Der Ringer Christian John vom Eisenhüttenstädter RC gehört zu den Aushängeschildern des Ringer- Verbandes Brandenburg, ist der derzeit erfolgreichste Akteur der hießigen Ringerlandschaft.

Erst im Mai gewann Christian John bei den Europameisterschaften der U-23 im schwersten Limit bis 130 kg die Bronzemedaille. „Ein riesen Erfolg für den jungen Ringer, der im Männerteam hinter Eduard Popp (VfL Neckargartach) der zweite Mann ist“, so Bundestrainer Michael Carl. Zweiter will John jedoch nicht bleiben und bezwang den Württemberger in einigen Trainingskämpfen bereits. Auch bei den Deutschen Meisterschaften 2015 in Aschaffenburg schaffte es Popp erst in den letzten Sekunden des Kampfes der beiden Schwergewichtsasse, den Sieg gegen John aus dem Feuer zu reisen. Der Eisenhüttenstädter wurde in der F.A.N.-Arena Dritter, begleitet von einem „... wuuusch ...“, des Hallensprechers Thomas Eigenbrodt, immer wenn John einen seiner berüchtigten 'Überstürzer' auspackte und die Gegner auf den Mattenboden schmetterte. Da freute sich auch Michael Kebschull, der Christian John in Eisenhüttenstadt entdeckt hat und ihm auch die ersten Ringergriffe beibrachte. Heute beobachtet Kebschull den sportlichen Weg seines einstigen Schützlings genau, gibt weiterhin Tipps und wenn es nicht allzuweit ist, dann reist Kebschull auch zu Wettkämpfen mit, so wie in Aschaffenburg, wo er John vom Mattenrand aus die Daumen drückte. 

Natürlich wurde Christian John nach dem Gewinn der Bronzemedaille von der U-23-EM gebührend empfangen, im Olympiastützpunkt in Frankfurt(O.) gab es Blumen und ein Ehrengeschenk von Stützpunktleiter Willi Lausch, der auch Trainer Heinz Thiel zum Medaillengewinn seines Schützlings beglückwünschte.

2012 glückte Christian John auch schon der große Wurf, bei den Europameisterschaften der Junioren kämpfte sich der Eisenhüttenstädter in Zagreb (CRO) auf das oberste Treppchen. Da oben will der Griechisch-Römisch-Spezialist möglichst wieder hin, wenn es geht auch bei Olympia 2016 in Rio dabei sein. „Mein Traum für den ich täglich trainiere“, so John, der am Leistungszentrum Frankfurt(O.) von Heinz Thiel auf die großen, internationalen Wettkämpfe vorbereitet wird. 

Nach seinem abgeschlossenen Abitur an der Sportschule Frankfurt(O.) bewarb sich Christian John bei der Polizei, wo er  eine Ausbildung begann, jedoch auch die Möglichkeit hat, weiter intensiv zu trainieren. „Eine Verhaftung hatten wir auch schon“, lacht der blonde Hüne mit dem Spitznamen 'Bärchen', wobei man den Straftätern schon raten möchte, möglichst still zu halten, wenn der Schwergewichtsringer die Handschellen klicken lässt.  

Auch in der 1. Bundesliga sorgt 'Bärchen' für Furore, da macht er von seinem Zweitstartrecht Gebrauch und schnürt die Ringerstiefel für den 1. Luckenwalder SC. Und da kann er auch schon mal für Olympia üben, gelang es ihm doch auch schon, den Weltmeister von 2006 und Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele von London, Heiki Nabi aus Estland aufs Kreuz zu legen. Nabi kämpft für den KSV Köllerbach und die Saarländer sind mit dem 1. LSC in einer Vorrundengruppe.

„Er macht nicht viel Federlesen, hält nichts von langem Herumgeschiebe, sondern kämpft offensiv und versucht mit Wurftechniken zum Erfolg zu kommen, was ihm leider auf der anderen Seite auch für Konter anfällig macht“, so Bundestrainer Michael Carl, dem die offensive Kampfeinstellung des Eisenhüttenstädters sehr gut gefällt, der jedoch auch Fehler erkennt. 

Christian John ist zwar erst 23 Jahre, dennoch gilt er als großes Vorbild für die Nachwuchsringer in Frankfurt(O.), Cottbus und natürlich auch in Eisenhüttenstadt. Im zu Ende gehenden Schuljahr meldeten sich gleich drei ERC-Kämpfer an der Eliteschule des Sport's in Frankfurt(O.) an. Die Zwillingsgeschwister Eric und Natalie Berger, sowie Ben Awe rückten vergangenes Jahr von Eisenhüttenstadt nach Frankfurt(O.). Weg von zu Hause, mitten ins Internatsleben – doch die jungen Eisenhüttenstädter setzten auch schon Ausrufezeichen. Gleich nach der Aufnahme an der Sportschule gewann Eric Berger beim hoch dotierten Internationalen Brandenburg-Cup, der jährlich in Frankfurt(O.) ausgetragen wird und zugleich zu den größten Jugendwettkämpfen Europas zählt.

Im Frühling 2015 dann der große Wurf von Natalie Berger, die bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Berlin überraschend den Titel gewann. „Das sorgt natürlich für viel Selbstbewusstsein und Trainingselan“, so Maik Bitterling, der die Ringeramazone im Frankfurter Leistungszentrum betreut. „Auch die beiden Jungs aus Eisenhüttenstadt sind talentiert, wenn sie fleißig trainieren können Eric Berger und Ben Awe durchaus in die Fußstapfen von Christian John treten“, so auch Harald Stern, Lehrertrainer am Frankfurter Stützpunkt.

„Wir bringen den Kindern das 1 x 1 des Ringkampfsport's bei, doch eine leistungssportliche Ausbildung können wir in Eisenhüttenstadt nicht absichern, dazu ist das Leistungszentrum in Frankfurt(O.) da, wo Schule und Sport gut miteinander abgestimmt werden“, ist Michael Kebschull bestrebt, die besten- und talentiertesten Ringer an das Leistungszentrum Frankfurt zu schicken, wo beste Bedingungen herrschen – die Youngster jedoch weiter für ihren Heimatverein auf die Ringermatten der Welt treten können.