Mitteldeutsche Meisterschaften in Luckenwalde


Damian Hartmann mit souveräner Leistung in Richtung DM. Luckenwalde – 72 Ringer aus 31 Vereinen nutzten die Mitteldeutschen Meisterschaften der Männer im griechisch-römischen Stil und im freien Ringkampf vor den Deutschen Meisterschaften noch einmal zur Standortbestimmung.„Einziger Wehrmutstropfen war die mangelnde Beteiligung, dennoch litt das Niveau nicht, man hat großartige Kämpfe gesehen“, so Reinhardt Mehlhorn, Geschäftsführer des 1. Luckenwalder SC mit einem lachenden und einem weinenden Auge. In einer Region, in der zwei Erst- und 10 Zweitbundesligisten kämpfen, hatten die Organisatoren auf mehr Resonanz gehofft. Im Zweckverband 'Ringen' in Mitteldeutschland sind die Landesorganisationen Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen vereinigt. Da die Mitteldeutschen Titelkämpfe offen ausgeschrieben werden, sind vor allem Ringer aus dem Norden Deutschlands (Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen) stark vertreten.

 

 

Das Ringer-Leistungszentrum Frankfurt(O.) war mit einer starken Delegation in Luckenwalde vertreten und räumte im griechisch-römischen Ringkampf auch ordentlich ab.

 

Eines der ganz großen Duelle am vergangenen Samstag lieferten sich im griechisch-römischen Stil die beiden Deutschen Vizemeister von 2013 und 2014 Brian Tewes (RC Cottbus) und Toni Stade (RSV Rotation Greiz). Tewes, der in Frankfurt(O.) trainiert und Vorjahr DM-Silber erkämpfte setzte sich gegen Stade durch und wurde damit auch Mitteldeutscher Meister in der Gewichtsklasse bis 71 kg. Mit Tim Bitterling (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) kämpfte neben Tewes ein weiterer Ringer aus dem Leistungszentrum Frankfurt(O.) in diesem Limit, Bitterling beendete die Titelkämpfe auf dem Bronzerang. 

Ein weiteres spannendes Finale gab es im Limit bis 85 kg, wo sich Tom Linke (Stralsund) und Thomas Leffler (RSV Rotation Greiz) im Kampf um Gold gegenüber standen. Auch Linke trainierte viele Jahre in Frankfurt(O.) startet bei Einzelmeisterschaften für Stralsund, wo er einst das Ringer-A-B-C erlernte. Linke gewann das Finalduell und verwies den ebenfalls stark kämpfenden Leffler auf den Silberrang.

 

Einen souveränen Sieg erkämpfte Damian Hartmann (80 kg), der nach souveränen Vorrundenerfolgen über Francis Weinhold (KSV Pausa) und Max Stuhr (KFC Leipzig) im Finale stand und dort den starken Polen Lukasz Charzewski (Heros Czarny Bor) mit 7:1 Punkten in die Schranken wies.

Nur einen Kampf musste Niklas Ohff (66 kg) auf dem Weg zum Mitteldeutschen Meistertitel bestreiten, gegen Johannes Fabrizius (TuS Komet Arsten) gelang dem Berliner, der ebenfalls von Frankfurt's Stützpunkttrainer Heinz Thiel im Leistungszentrum an der Oder betreut wird, ein überzeugender Sieg. 

 

Auch die beiden schwersten Gewichtsklassen waren fest in der Hand von Ringern, die in Frankfurt(O.) ausgebildet wurden. Rolf Linke (98 kg/Stralsund) musste im 'nordischen System' Jeder gegen Jeden kämpfen und behielt in allen vier Duellen eine weiße Weste. Die Brüder Linke nahmen damit zwei Titel mit nach Hause nach Stralsund. Den zweiten Platz erzielte in diesem Limit Bastian Kurz (FC Erzgebirge Aue), der in der Frankfurter Trainingsgruppe trainiert, in der 2. Bundesliga jedoch für den FCE Aue die Ringerstiefel schnürt. Im schwersten Limit setzte sich mit Ricardo Melz (RC Potsdam) eine Ringer durch, der bis vor zwei Jahren dem Leistungszentrum Frankfurt(O.) angehörte.

 

Frankfurt's Leichtgewichtler Marc Wentzke rückte eine Gewichtsklasse nach oben, ins Limit bis 71 kg und stand dort nach souveräner Vorrunde im Finale, wo der dem aktuellen DRB-Auswahlringer Maximilian Schwabe (KSV Pausa) unterlag und Silber gewann. In der Vorrunde glänzte Wentzke mit zwei souveränen Siegen.

 

Im Freistilbereich gab es eine klare Dominanz von brandenburgischen Athleten, oder Ringern die einst in Luckenwalde ausgebildet wurden. Allein der 1. Luckenwalder SC erkämpfte 5 Mitteldeutsche Meistertitel, ein Turniersieg ging nach Potsdam, während Luckenwaldes Emanuel Krause im Limit bis 65 kg den Titel für den KAV Mansfelder Land holte, bei dessen Erstligateam er vor zwei Jahren angeheuert hatte. Der 44-jährige Routinier Thomas Berger entführte einen Titel (61 kg) ins Erzgebirge zum RV Thalheim. 

 

Nun wartet auf die Männer der vorläufige Jahreshöhepunkt, die Deutschen Meisterschaften. Die Freistilringer kämpfen vom 8.-10. Maiin Nendingen um die Titel, eine Woche später treffen sich die Griechisch-Römisch-Spezialisten in Aschaffenburg.