KG-Youngster zahlen in Potsdam Lehrgeld

Potsdam – Beim Spitzenkampf der Regionalliga Mitteldeutschland zahlte die KG Frankfurt(O.)/Eisenhüttenstadt beim RC Germania Potsdam mächtig Lehrgeld, die Oderstädter unterlagen mit 7:28.

Der RC Potsdam hatte in den vorangegangenen Wochen wichtige Punkte im Kampf um den Staffelsieg eingebüßt, muss nun alle Begegnungen klar gewinnen und benötigt zudem Schützenhilfe anderer Teams. Und so schickten die Havelstädter ihr stärkstes Team auf die Matte. „An der Tabellenspitze ist noch alles offen, auch wenn sich der RV Lübtheen durch seinem Sieg in Frankfurt(O.) leicht abgesetzt hat“, glaubt auch KG-Trainer Sebastian Möser, dass im Vorderfeld der Regionalligatabelle noch einiges passieren kann.

Sein eigenes Team klammert der Trainer dabei aus, nachdem mit Florian Crusius und Marcus Thätner gleich zwei Leistungsträger verletzungsbedingt ausfielen. Florian Crusius hatte sich bei einem Turnier in Estland eine schwere Handverletzung zugezogen, Marcus Thätner kugelte sich im Duell gegen den RV Lübtheen den Ellenbogen aus. „Da fehlen einfach die Korsettstangen in der Mannschaft“, muss sich Möser nun auf die Youngster stützen, von denen sich in Potsdam nur Tim Bitterling (60 kg/FR) mit einem Sieg durchsetzte. Der einzig vergliebene Athlet aus dem Erstligateam des Vorjahres, Fabian Jänicke (84 kg/GR) gewann ebenfalls sein Duell. Tim Bitterling musste zudem im ungewohnten Freistil antreten, wo er auf Tobias Groß traf, der ebenfalls noch im Jugendbereich kämpft. Der Sportschüler aus Frankfurt(O.) zeigte im freien Ringkampf, wo auch die Beine des Gegners angegriffen werden dürfen, was bei den Griechisch-Römisch-Spezialisten verboten ist, gute Techniken, Bitterling fegte seinen Gegner in allen drei Kampfrunden vorzeitig von der Matte (6:0, 7:0, 6:0) und bekam damit noch den Zusatzpunkt gutgeschrieben, den es für eine Gesamt-Punktdifferenz von mehr als 11 Zählern gibt.

Zoff mit Kampfrichter Maik Möckel hatte KG-Trainer Sebastian Möser beim Duell von Fabian Jänicke, der seinen Kontrahenten Nico Brunner mehrfach durch die Luft warf, wofür der Mann in Weiß aus Sicht des KG-Coaches zu wenige-, oder gar keine Punkte vergab. „Würfe sollten belohnt werden, es passiert in vielen Kämpfen zu wenig, da kann man doch schöne Aktionen mit den dafür im Reglement vorgesehenen Wertungen belohnen“, ärgerte sich Sebastian Möser, obwohl da sein Team bereits einer Niederlage entgegen schlitterte. Nico Brunner besucht ebenfalls die Elite-Sportschule in Frankfurt(O.) und holte sich mit EM-Bronze bei den Kadetten im August diesen Jahres den ersten, internationalen Medaillenerfolg. Zudem nahm der aus Witten stammende Griechisch-Römisch-Spezialist an den Kadetten-Weltmeisterschaften teil, die 2011 erstmals ausgetragen wurden. Jänicke siegte letztendlich in drei Runden mit 2:0, 2:0, 1:0.


„In vielen anderen Kämpfen haben unsere jungen Ringer gut mitgekämpft, aber oftmals fehlte ihnen die Cleverness, um einen Punktvorsprung zu behaupten, und einige Male hatten sie einfach Pech“, verwies auch Mannschaftsleiter Michael Brokowski auf die knappe Punktniederlage von Tom Liebig in der leichtesten Kategorie (55 kg/GR), sowie auf Thomas Passow (74 kg/FR), der im vorletzten Kampf den Ex-Frankfurter Martin Eiseler schon fast auf beide Schultern gedrückt hatte und dann selbst noch durch eine Schulterniederlage verlor. „Allein ein Sieg von Tom Liebig hätte dem Kampf durchaus einen anderen Kampfverlauf geben können“, sah Trainer Sebastian Möser trotz der klar anmutenden Niederlage einige gute Ansätze und vorrangig fehlende Kampferfahrung. „Und die müssen die Youngster eben noch sammeln“, dürfte sich Möser mit dem 'Kindergarten der Liga' (auch in Potsdam kamen wiederum 7 Jugendringer zum Einsatz) noch einige graue Haare einhandeln.